Opferhilfe „Berlin gegen Hassgewalt – Soforthilfefonds für Betroffene“

02.08.2021

Im Rahmen des Fonds zur Unterstützung von Betroffenen politisch-extremistischer Gewalt ist nun die Umsetzung eines schnellen und niedrigschwelligen Hilfsangebot im Handlungsfeld Opferhilfe zur Soforthilfe für Betroffene politisch-extremistischer Gewalt und Diskriminierungen gelungen.

Mit der Einrichtung eines Soforthilfe-Fonds soll die Opferhilfe in unserer Stadt um ein spezifisches, schnelles und niedrigschwelliges Angebot im Kontext der politisch-extremistischen Gewalt und Diskriminierungen erweitert werden. Denn bestehende Unterstützungsangebote sind bislang entweder von Spendengeldern abhängig oder wegen bürokratischer Hürden für einige Betroffene abschreckend. Damit wird zugleich ein Versprechen von Senator Andreas Geisel an die Stadtgesellschaft nach Hanau eingelöst. Der Soforthilfe-Fonds wird mit einem Volumen von 250.000 Euro pro Jahr ausgestattet und bis zu 1.000 Euro im Einzelfall gewähren. Im laufenden Jahr 2021 stehen für die Soforthilfe insgesamt 167.000 Euro zur Verfügung.

Nach einem Interessenbekundungsverfahren wird nun die Amadeu Antonio Stiftung den Fonds zur Soforthilfe umsetzen. Sei es das zerstörte Handy, die Kosten für eine therapeutische Behandlung oder die leider notwendige Verstärkung einer Tür – es darf nicht sein, dass Betroffene nach einer Gewalterfahrung auch noch solche finanziellen Lasten tragen müssen, erklärt Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung. ,Mit dem Soforthilfefonds für Betroffene wollen wir unabhängig von der Einordnung durch die staatlichen Behörden kleinteilige, unkomplizierte Unterstützung leisten.“

Mit dem Projekt „Berlin gegen Hassgewalt – Soforthilfefonds für Betroffene“ hat das Land Berlin die Möglichkeit einer solchen Unterstützung geschaffen. Die Amadeu Antonio Stiftung hat sich erfolgreich um die Trägerschaft des Projekts beworben. Ab heute können sich Betroffene aus Berlin für Einzelfallförderungen von bis zu 1.000 Euro an die Amadeu Antonio Stiftung wenden.

Betroffene können sich persönlich und auf Wunsch anonym von den Mitarbeitenden der Amadeu Antonio Stiftung über eine finanzielle Unterstützung beraten lassen. Das gilt ebenso bei einer vorliegenden Bedrohungslage, auch wenn noch kein Angriff oder ähnliches erfolgt ist. Betroffene, die sich an das Projekt wenden, können sich auf einen vertraulichen und fachlichen Umgang mit ihnen und ihrer Situation verlassen.

Mehr Infos hier

 

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/projekte/berlin-gegen-hassgewalt-soforthilfefonds-fuer-betroffene/



 
 
 

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