Stress und Überforderung

Stress und Überforderung"Stress" bedeutet "erhöhte Beanspruchung" und "starke Belastung" körperlicher oder seelischer Art. Soweit der Duden. 1936 ist der Begriff entstanden und beschreibt heute einen weit verbreiteten Zustand: Ob in Schule, Beruf oder Familie – die Anforderungen an den Einzelnen sind hoch. Leicht kann sich Überforderung einstellen. Dauert diese über eine lange Zeit an, dann können sogar Krankheiten entstehen. Von Verspannungen über Schlafstörungen bis hin zu Burn out oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom), Stress wird mit vielen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht.

Das Netz bietet nicht nur eine Fülle an Informationen und Debatten zu diesem Thema, sondern auch Unmengen von Tipps und Tricks, wie es sich in einer so vielfältigen und schnellen Gesellschaft entspannt leben lässt. Damit für euch die Internetsuche nicht in Stress ausartet, haben wir sie für Euch übernommen und ein Dossier zusammengestellt. Doch bei all dem, was das Netz zu bieten hat, darf eine Frage nicht fehlen: Wann auch einfach mal den Computer aus- und dann selbst abschalten?

Und schließlich zeigt uns das Massenphänomen Stress auch den Weg zu uns selbst. Denn wir müssen uns überlegen, wie wir leben möchten. Was ist uns wirklich wichtig? Und wie können wir ohne Stress und voller Selbstvertrauen unseren eigenen Weg gehen?

Infos und Studien zu Stress bei Kindern und Jugendlichen

 
Kinder und Jugendgesundheit

Schwerpunktheft:
Stress ist nicht gleich Stress. Ursachen und Arten von Stress untersucht Arnold Lohaus in einem Schwerpunktheft zur Kinder- und Jugendgesundheit vom Aktion Jugendschutz.

 
Die rasante Welt der Kinder

Umfragen:
Wie ist es in Deutschland um den Zeitdruck von Kindern und Jugendlichen bestellt? Eine Umfrage von unicef und dem Deutschen Kinderhilfswerk aus dem Jahr 2012 zeigt, dass Kinder und Jugendliche mit über 38,5 Arbeitsstunden pro Woche einen Vollzeitjob für die Schule leisten.

Die Elefanten-Kindergesundheitsstudie 2011 zeigt, dass sich bereits in den ersten Klassen ein Viertel der Kinder oft oder sehr gestresst fühlen.

Die Studie "Tempo! Die rasante Welt der Kinder" fragt nach den Wirkungen der beschleunigten Welt und enthält neben einer Fallstudie zu Stresssymptomen und Freizeitgestaltung von 8- bis 13-Jährigen auch einen Test zur Stressbelastung von Kindern und Jugendlichen.

Eine Praxisstudie zeigt, dass Jugendliche ein hohes Stresspotential haben, der erhöhte Stress also nicht problemlos verarbeitet wird. Die Nervenaktivitäten liegen an der oberen Grenze des Normalwertes. Auch die Herzratenvariablität wurde getestet und zeigt im Durchschnitt eine stärkere Belastung des Organismus.

 
Kindertraumainstitut

Traumatisierungen:
Stress wird auch ausgelöst von einem traumatischen Erlebnis. Das Kindertraumainstitut informiert auf ihrer Seite mit zahlreichen Materialien über den Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Speziell mit der Förderung traumatisierter Kinder und Jugendlicher in der Schule beschäftigte sich eine Tagung des Evangelischen Erziehungsverbandes.

 
Umgang mit Stress

Auswirkungen von Stress:
Jugendliche gehen unterschiedlich mit Stress um. Eine einjährige Fallstudie aus dem Jahr 2005 zeigt, dass weibliche Kinder und Jugendliche ein höheres Stresserleben haben. Laut der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. werden außerdem in Stresssituationen Jungen aggressiver und Mädchen depressiver.

 
Pränatalstress

Stress und ADHS:
Das Temperament von Kindern ist bereits abhängig von dem Stress der Mütter in der Schwangerschaft, dies zeigt eine Studie. Depression, soziale Umstände, Armut etc. können deswegen schon in der pränatalen Phase auf das Kind und dessen Stressverarbeitung Einfluss nehmen. Auch ADHS, soziale Ängste und Schizophrenien werden auf Pränatalstress zurückgeführt.

Das bei Kindern und Jugendlichen als Massenphänomen auftretende ADHS steht in starker Wechselwirkung zu Stress. Dies ist nachzulesen beim ADHS Deutschland e. V. und auch bei Martin Gerspach, Mitglied der Konferenz ADHS.

 

Hilfe zum Umgang mit Stress

 
Keep Cool

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Bzga) bietet mit der Broschüre "Keep Cool – auch wenns mal stressig wird" einen Überblick über Situationen, die Stress auslösen können und jede Menge Tipps, für belastende Situationen.

Die Broschüre gehört zu dem bundesweiten Gut Drauf Programm, das sich die Verbesserung der Gesundheit von Mädchen und Jungen zwischen 12 und 18 Jahren zum Ziel gesetzt hat. Es wird von Kommunen in ganz Deutschland umgesetzt. Dazu gibt es auch einen Blog, auf dem unter anderem Workshops zu verschiedenen Themen dokumentiert werden.

Für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren gibt es außerdem die Aktion Tutmirgut, die ebenfalls das EBS-Konzept zu Ernährung, Bewegung und Stressregulation umsetzt – mit dem Schwerpunkt auf Grundschulkinder.

 
Uni Bielefeld

Die Universität Bielefeld entwickelte mit dem SNAKE-Training ein Stresspräventionsprogramm für Schülerinnen und Schüler. Auf einer eigenen Anti-Stress-Website kann der Stresspegel getestet und der Umgang mit Problemen trainiert werden.

 
Projekt Klassen Check

Stress in der Schule ist Alltag für viele Kinder und Jugendliche. Die Bundeszentrale für politische Bildung (Bpb) widmet sich im Rahmen des Projekts KlassenCheckUp auch der Schulangst und dem Schulstress. Sie bietet eine Linksammlung mit Tipps für Schüler_innnen wie für Eltern oder Übungen für Klassen.

 
Broschüre Lehrergesundheit

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler leiden oft an stressreichen Situationen. Die Lehrenden sind ebenso betroffen. In Kooperation hat die Universität Lüneburg die Veröffentlichung "Lehrergesundheit – Baustein einer guten gesunden Schule" herausgegeben, in der auch das Thema der Überlastung behandelt wird.

 
Psyga

Die Seite psyga.info ist zwar nicht für Kinder und Jugendliche angelegt, enthält aber viele Informationen zum Thema Stress. Mit den Zielen, zu informieren und den Stress in der Arbeitswelt zu mindern, kann das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt auch Eltern und pädagogische Fachkräfte informieren und unterstützen.

 
Leitfadeb

Im Rahmen von "In Form. Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" hat die BzGA einen Leitfaden herausgegeben, mit dem Gesundheitsförderung mit dem Fokus auf Bewegung, Ernährung und den Umgang mit Stress umgesetzt werden kann.

 
Beratungszentren

Mit Rat und Tat zur Seite bei Schulstress: In jedem Berliner Bezirk gibt es ein schulpsychologisches Beratungszentrum.

 
Link Screenshot wie willst du leben

Einzelberatung gibt es auch online: Die Jugendberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung hilft dir weiter und bietet auch Foren zum Austausch an.

 
Stressops

In Stress Ops – so der Titel des Spiels – wollen die jungen Game-Designer auf ein ihnen wichtiges Thema aufmerksam machen: Leistungsdruck und Schulstress.

www.stressops.de

Die virtuelle Welt als Stressfaktor?

 

Die Diskussion um den Nutzen und Schaden von Internet und Computerspielen für Kinder und Jugendliche wurde und wird breit geführt. Und auch die Frage nach dem Zusammenhang von Technik und Stress ist viel besprochen. Dabei lassen sich so viele Meinungen wie Beiträge finden. Eine Internetsuche zu der Wirkung des Handys auf den Stresspegel  beispielsweise zeigt dies: Manche Studien sprechen von einer Erhöhung des Stresses aufgrund der ständigen Erreichbarkeit, andere aber behaupten das Gegenteil. Schließlich wird mittlerweile sogar ein Stress-App angeboten, mit dem frühzeitig Überlastungen erkannt werden sollen.

Bei beiden Debatten kann aber eines sicher gesagt werden: Dei Frage nach der Wirkung von Technik und Medien ist immer eine Frage nach deren Nutzung. Und dabei schneiden Kinder nicht schlecht ab: Laut Arne Busse von der Bundeszentrale für politische Bildung gelingen drei Viertel der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Mit Gelingen ist gemeint, dass die Medien kompetent und somit ohne problematisches Verhalten verwendet werden. Zum Interview geht es hier. jugendnetz-berlin.de bietet einen großen Schwerpunkt zum Thema Medienbildung. Dazu geht es hier entlang.

 
Link Kurzpapier psychische Belastung und Stressverarbeitung bei pathologischem und nichtpathologischem Nutzen von PC und Internet

Die virtuelle Welt kann bei einem krankhaften Gebrauch Stress erzeugen. Eine Studie zeigt, dass ein ungesundes Nutzungsverhalten von Computer und Internet mit einer höheren psychischen Belastung und einer schlechterer Stressverarbeitung zusammenhängt.

 
Link ins-netz-gehen.de

Die Möglichkeiten, die der Einzelne am Computer und im Internet hat, sind unüberschaubar. Stressfrei mit diesen Möglichkeiten umzugehen und eine ausgewogene Mischung zwischen virtueller und physischer Welt zu finden, ist nicht immer leicht. ins-netz-gehen.de bietet einen Selbsttest an, mit dem du herausfinden kannst, ob du den Computer öfter ausschalten solltest.

 
Link Familienhandbuch.de Verändern die Neuen Medien unsere Kinder und Jugendlichen?

Der Zusammenhang zwischen Stresserleben und Computernutzung wird aber nicht nur in eine Richtung diskutiert. Sondern es stellt sich auch die Frage, welche Menschen die Neuen Medien wie erleben. Die Menschen mit hohem Stresspegel reagieren anders auf die virtuelle Welt als diejenigen, die sich generell weniger überlastet fühlen, so das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik.

 

Nachgehakt: Wie willst Du leben?

 

Stress und Überforderung sind oftmals nicht alternativlos, sondern auch eine Frage der eigenen Lebensführung. Zwar ist es schwer, die Anforderungen von außen auch einmal zu ignorieren und nein zu sagen, doch dies ist notwendig, um sich selbst nicht in stressreiche Situationen zu bringen. Ein gutes Selbstbewusstsein und ein klares Bild der eigenen Ziele helfen dabei. Wenn du weißt, was dir im Leben wichtig ist und wie du leben möchtest, können Dir die Anforderungen von Außen und das oft stressreiche Leben deiner Umgebung nicht mehr so viel anhaben.

 
Link feelok.de

Selbstvertrauen schaffen, das ist eines der Ziele der Seite feelok.de, die wir besonders empfehlen wollen! Teste dein Selbstbewusstsein und besiege Gnomio, die ständige nörgelnde Stimme in dir. Schritt für Schritt kannst du lernen, dir selbst zu vertrauen und herauszufinden, wer du bist. Auch für Lehrende und Eltern gibt es einen extra Bereich.

 
Link wie-willst-du-leben.de

Das Leben selbst zu bestimmen ist das Ziel der Gewerkschaftsjugend. Welches Monster passt zu dir und wie kannst du deine Vorstellungen von Bildung, Arbeit und Freiheit umsetzen? Die Seite wie-willst-du-leben.de zeigt es dir und vernetzt dich.

 
Link Erlebnispädagogik in der Schule Magazin Auswege

Die Stärkung der Selbstwirksamkeit steht auch im Zentrum neuer pädagogischer Formen wie der Erlebnispädagogik, die zunehmend auch an Schulen angeboten wird. Eine Studie zeigt, dass sich erlebnispädagogische Maßnahmen unmittelbar auf das Selbstbewusstsein und auf die Erholung von Jugendlichen auswirken können. Wie Erlebnispädagogik auch gelungener Bestandteil an Schulen werden kann, wird hier beantwortet.

Das Projekt Science Kids möchte Jugendliche begeistern, sich die Frage "Wie will ich leben?" zu stellen und so ein Bewusstsein für Ernährung, Bewegung und Gesundheit entlang an erlebnispädagogischen Maßnahmen zu erwirken.

 
Link intern Glück

Du willst mehr wissen über die Frage nach dem Glück? jugendnetz-berlin.de hat ein Dossier zum Thema zusammengestellt, das du hier findest.

 

 
 
 

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