Jugendsozialarbeit

Die gesetzliche Grundlage für die Jugendsozialarbeit bildet der §13 des Sozialgesetzbuchs (SGB), Achtes Buch (VIII):

(1) Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.
(2) Soweit die Ausbildung dieser jungen Menschen nicht durch Maßnahmen und Programme anderer Träger und Organisationen sichergestellt wird, können geeignete sozialpädagogisch begleitete Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen angeboten werden, die den Fähigkeiten und dem Entwicklungsstand dieser jungen Menschen Rechnung tragen.
(3) Jungen Menschen kann während der Teilnahme an schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahmen oder bei der beruflichen Eingliederung Unterkunft in sozialpädagogisch begleiteten Wohnformen angeboten werden. In diesen Fällen sollen auch der notwendige Unterhalt des jungen Menschen sichergestellt und Krankenhilfe nach Maßgabe des § 40 geleistet werden.
(4) Die Angebote sollen mit den Maßnahmen der Schulverwaltung, der Bundesagentur für Arbeit, der Träger betrieblicher und außerbetrieblicher Ausbildung sowie der Träger von Beschäftigungsangeboten abgestimmt werden.

(Quelle: www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__13.html)

Weitere Hinweise zur Rechtsgrundlage, Definition und zu den Leistungen der Jugendsozialarbeit sind im entsprechenden Rundschreiben, Jug Nr. 2/2004 der Senatsverwaltung zu finden.

Informationen zu Arbeitsfeldern der Jugendsozialarbeit:

Mobile Jugendarbeit

Mobile und sozialräumlich orientierte Jugendarbeit ist ein Konzept, das unterschiedliche Ansätze und Methoden in der Jugendarbeit miteinander verknüpft, und damit zu einem neuen und eigenständigen Ansatz in der Jugendarbeit in Berlin beigetragen hat.
Es wird seit 1997 vom Projekt Outreach innerhalb der GskA gemeinnützige Gesellschaft
für sozial-kulturelle Arbeit mbH
, durchgeführt.

Mobile Jugendarbeit bedeutet in erster Linie eine praktische Hinwendung zu den Orten, an denen sich Jugendliche auch tatsächlich aufhalten. Das sind Parks und Straßen oder allgemein gesprochen: der öffentliche Raum. Sozialraumorientierung in der Jugendarbeit meint eine Konzentration auf den Nahbereich der Jugendlichen, oder besser den Wohnbereich, die Nachbarschaft, den Kiez. Zur Zeit existiert das Projekt Outreach in elf Berliner Bezirken.

Quelle: www.outreach-berlin.de

Straßensozialarbeit

Nach der "Konsolidierten Fassung des Gesetzes zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (AG KJHG)" vom 15.12.2010 ist im dritten Abschnitt die Aufsuchende Jugendsozialarbeit im §13 folgendermaßen definiert:
Aufsuchende Jugendsozialarbeit wendet sich insbesondere an alleingelassene, aggressive, resignative, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen und fördert deren soziale Integration. Die Angebote sind unmittelbar im Lebensfeld der jungen Menschen zu organisieren. Sie umfassen Einzelberatung, Gruppenarbeit, Projektarbeit und Stadtteilarbeit.
Das Jugendamt hat Vorsorge zu treffen, dass es diese Angebote bei akutem Bedarf auch kurzfristig ermöglichen kann.

(Quelle: www.berlin.de, Stand 28.09.2012)

Weitere Informationen zum Thema:
Eine ausführliche Präsentation zu "Definition und Qualitätsmerkmale des Arbeitsfeldes Aufsuchende Jugendsozialarbeit und seine Vermittlungspotentiale" von Jan Becker, Straßensozialarbeiter bei Gangway e. V.

Sportorientierte Jugendsozialarbeit

Grundlage der sportorientierten Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit ist das Sozialgesetzbuch VIII zur Kinder- und Jugendhilfe. In den allgemeinen Vorschriften heißt es in § 1 u.a.: Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Benachteiligungen sollen vermieden und abgebaut werden. E sollen positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien erhalten und geschaffen werden.

Die gesellschaftlichen Entwicklungen stellen Jugendpolitik und Jugendarbeit vor neue und gravierende Herausforderungen. Das gilt beispielsweise für Anforderungen, mit denen sich insbesondere die Kinder- und Jugendhilfe in Berlin konfrontiert sieht und die mit folgenden Stichworten gekennzeichnet werden können:

- Verbesserung der Bildungschancen junger Menschen
- Soziale Integration
- Gesundheitsförderung
- Ermöglichung von gesellschaftlichen Teilhabechancen und bürgerschaftlichem Engagement
- Prävention von Gewalt und Kriminalität.

Der Sport leistet einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag zum Erreichen der Zielsetzung der Kinder- und Jugendhilfe. Er trägt zur gesunden physischen, psychischen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bei. Das bezieht sich insbesondere auch auf die zuvor skizzierten Handlungsfelder.

Die sportorientierte Jugendarbeit basiert auf dem § 11 des SGB VIII, der u.a. die Jugendarbeit in Spiel, Sport und Geselligkeit benennt und sich an alle Kinder und Jugendlichen richtet. Sportorientierte Jugendsozialarbeit nach § 13 SGB VIII wendet sich speziell an solche Jugendliche, die sozial benachteiligt oder individuell beeinträchtigt sind.

Sportorientierte Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in Berlin ist charakterisiert durch niedrige Zugangsschwellen, durch die systematische Kombination von Sport mit anderen Formen der Jugendarbeit, durch die Verknüpfung von breitensportlichen Angeboten mit sozialpädagogischen Methoden sowie durch einen ganzheitlichen Ansatz, der körperliche und psycho-soziale Entwicklungsfaktoren gleichermaßen berücksichtigt.

Sportorientierte Jugendsozialarbeit holt Kinder und Jugendliche dort ab, wo sie sich aufhalten. Sie findet in Sozialräumen statt, die durch besondere Belastungen und soziale Probleme gekennzeichnet sind und versucht, unterschiedliche Akteure der Kinder- und Jugendhilfe, des Bildungs-, Sozial- und Gesundheitswesen vor Ort einzubinden.

Die Einrichtungen, Angebote und Projekte der sportorientierten Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit werden überwiegend in Trägerschaft der Sportjugend bzw. der gemeinnützigen Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit organisiert und realisiert.

(Quelle: www.lsb-berlin.de/index.php?id=263&type=98)

Weitere Informationen zum Thema:
Broschüre (PDF) des Sportbund Berlin "Sportorientierte Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in Berlin", Berlin im Juni 2010.

Schulbezogene Jugendsozialarbeit

Schulbezogene Jugendsozialarbeit fördert die schulische Ausbildung und soziale Integration junger Menschen am Standort Schule.

Arbeitsfelder sind:
- sozialpädagogische Beratung und Förderung bei Verhaltens- und Lernproblemen
- Mediation und Konfliktmanagement
- Unterstützung in Fragen des Übergangs von der Schule in den Beruf
- Projekte zur Förderung der Integration, z.B. Sprachförderung
- Unterstützung von präventiven Angeboten zur Vermeidung von Schuldistanz.

(Quelle: www.berlin.de/sen/jugend/jugendsozialarbeit_jugendberufshilfe)

Weitere Informationen:

- Beschreibung der Leistungen "Schulbezogene Jugendsozialarbeit" (PDF)
- Mehr zum Thema Kooperation Jugendsozialarbeit und Schule auf jugendnetz-berlin.de

Nachholen der Berufsbildungsreife

Das von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft geförderte Projekt dient dem Nachholen der Berufsbildungsreife.
In der Beratung des Projekts wird mit jungen Menschen nach Lösungen für Lebensprobleme wie fehlende Lebens- und Berufsperspektiven, mögliche Bildungswege, private Konflikte, Suchtmittelgefährdung oder anderes gesucht.
In den Kursen (9 -12 Monate) mit kleiner Teilnehmerzahl wird auf die externe Prüfung für die Berufsbildungsreife vorbereitet.

Weitere Informationen unter:
www.abw-berlin.de/Angebote/Nachschlag2

 

 
 
 

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