Aufruf zur Interessenbekundung: Berliner jugendFORUM

12.12.2019

Im Auftrag der Berliner Senatsjugendverwaltung ruft die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin als Regiestelle des Jugend-Demokratiefonds Berlin Freie Träger der Jugendhilfe, Stiftungen, Jugendbildungsstätten und Jugendverbände, insb. mit Erfahrungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und/oder Jugendsozialarbeit, dazu auf, ihr Interesse an der Durchführung und Entwicklung des Berliner jugendFORUMs zu bekunden.


Durchführung des Berliner JugendFORUMs zur Förderung des Dialogs zwischen Jugendlichen und Politik

Eine zentrale Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist es, jungen Menschen zur Förderung ihrer Entwicklung die erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Diese sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen (§ 11 Abs. 1 SGB VIII). Vor diesem Hintergrund wird im Land Berlin seit dem Jahr 2000 jährlich das jugendFORUM veranstaltet, bei dem Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin mit Jugendlichen zu aktuellen, die Jugendlichen bewegenden Themen, diskutieren und Verabredungen treffen.

Das jugendFORUM Berlin hat sich zu einem der größten Berliner Beteiligungsformate entwickelt, welches den Dialog zwischen Jugendlichen und Politik fördert. Es bietet außerdem eine Plattform zur Darstellung besonders aktueller bzw. beteiligungsintensiver Projekte durch Träger und Jugendliche. Zudem beinhaltet das jugendFORUM verschiedenste jugendkulturelle Angebote, wie z.B. Bewegung, Theater, (digitale) Medien, Musik und gestalterische Aktivitäten und ist Treffpunkt unterschiedlichster Jugendkulturen. Das jugendFORUM bildet die Vielfalt der Lebenslagen von Berliner Jugendlichen ab und gewährleistet einen inklusiven und barrierefreien Zugang.

In seinem 20-jährigen Bestehen wurden die Konzeption und Rahmenbedingungen immer wieder weiterentwickelt und angepasst. Das jugendFORUM wird derzeit durch eine jugendliche Community in einem ganzjährigen Prozess weitestgehend selbstbestimmt vorbereitet. Beteiligung ist somit nicht nur Thema, sondern auch gelebte Praxis. Mit „jugendFORUM OpenAir“ wurden auch Veranstaltungsorte außerhalb des Abgeordnetenhauses erprobt. Vermehrt bringen sich auch Berliner Politiker/innen aus dem Bundestag, dem EU-Parlament und aus den Bezirksverordnetenversammlungen in die thematischen Diskussionsrunden ein. Terminlich und thematisch werden die jeweiligen Wahlen berücksichtigt. Ab 2020 soll das jugendFORUM auf Grundlage einer aktuellen Konzeption fortgesetzt werden.


Anforderungen an das Projektvorhaben auf einen Blick

Zielgruppe

  • ca. 600-800 junge Menschen der unterschiedlichsten Jugendkulturen, in der Hauptzielgruppe im Alter von 10 bis 18 Jahren

Zielstellung

  • junge Menschen übernehmen einmal im Jahr das Abgeordnetenhaus von Berlin und treten mit Politiker/innen (insbesondere des Abgeordnetenhauses und der Bezirksverordnetenversammlungen, des Bundestags und des Europaparlaments) in einen Dialog zu ihren selbstgewählten Themen und Interessen
  • Ermöglichung von Selbstorganisation, Mitbestimmung und Demokratiebildung junger Menschen
  • Förderung des politischen, gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements junger Menschen
  • Nachhaltige Umsetzung der Ergebnisse des jugendFORUMs

Aufgaben

  • Konzeptionelle, pädagogische und organisatorische Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Eintagesveranstaltung zum Dialog von Jugendlichen mit Politiker/innen, unter Einbindung der bezirklichen Jugendförderungen, der Jugendbildungsstätten und Jugendverbände sowie der landesweiten Beteiligungsstrukturen
  • Rahmung, Coaching und Prozessbegleitung der selbstorganisierten Vorbereitung, Umsetzung und Nachbereitung der Veranstaltung durch Jugendliche, zur Erarbeitung der inhaltlichen Schwerpunkte für den Austausch zwischen Jugendlichen und Politiker/innen
  • Entwicklung geeigneter Formate für den Austausch zwischen Jugendlichen und Politiker/innen innerhalb des jugendFORUMs
  • Entwicklung eines Konzepts zur Einbindung der Bezirke in die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des jugendFORUMs sowie zur Stärkung der Nachhaltigkeit im Sinne der Weiterarbeit mit den Ergebnissen des jugendFORUMs
  • Vereinbarung fairer und diskriminierungsfreier Regeln für den Austausch der Jugendlichen mit den Politiker/innen als Basis für den Dialog
  • Präsentation aktueller und herausragender Beteiligungsprojekte
  • Gestaltung eines jugendkulturellen Rahmenprogramms
  • Entwicklung eines Konzepts zur Öffentlichkeitsarbeit für das jugendFORUM, insbesondere unter Nutzung jugendgerechter Medien
  • Entwicklung eines Evaluationskonzepts für die Überprüfung der Umsetzung des jugendFORUMs

Besondere Anforderungen an den Träger

  • Träger der freien Jugendhilfe, die eine Anerkennung nach § 75 SGB VIII haben oder diese beantragen und sich satzungsgemäß im Bereich der Jugendarbeit und/oder Jugendsozialarbeit engagieren sowie Stiftungen, Jugendbildungsstätten und Jugendverbände, deren Schwerpunkte in den Arbeitsgebieten Jugendarbeit und/oder Jugendsozialarbeit liegen
  • Kenntnis der Strukturen und Arbeitsweise der Jugendhilfe im Land Berlin
  • Kenntnis der administrativen Strukturen des Landes Berlin, der Bundesebene und der Europäischen Union
  • besondere Kenntnisse aus dem Bereich der Jugendarbeit und/oder Jugendsozialarbeit, Demokratiebildung, politische Bildung und Beteiligung
  • besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen und in der Begleitung von Prozessen jugendlicher Selbstorganisation
  • Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, den bezirklichen Jugendförderungen, den Jugendbildungsstätten und Jugendverbänden sowie den landesweiten Beteiligungsstrukturen
  • Erfahrungen im Einsatz verschiedener methodischer Ansätze, z.B. Projektarbeit, Peer-to-Peer- oder Mentoring-Ansätze, Unterstützung der Selbstorganisation Jugendlicher

Finanzvolumen für das Projekt im Rahmen der Finanzierung als Zuwendung über den Jugend-Demokratiefonds pro Jahr

  • bis zu 80.000 €
  • angeboten wird ein zweijähriger Vertrag mit der Option der Verlängerung um weitere drei Jahre, unter Vorbehalt der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers
  • zusätzlich sind durch den Träger weitere Drittmittel zu akquirieren, z.B. durch Nutzung der Programme der Europäischen Union, Beantragung von Stiftungsmitteln, etc.


Interessierte Träger werden gebeten, bis zum 22. Januar 2020 schriftlich ihr Interesse zu bekunden und folgende Unterlagen einzureichen:

  • schriftliches Konzept
  • Kosten- und Finanzierungsplan
  • Satzung


Bitte richten Sie Ihre Interessenbekundung an:

Regiestelle des Jugend-Demokratiefonds Berlin
c/o Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin
z.Hd. Hr. Roland Geiger
Obentrautstr. 55
10963 Berlin

Die eingegangenen Angebote werden auf der Grundlage der eingereichten Unterlagen nach einheitlichen Zuschlagskriterien bewertet:

  • Erfüllung der formalen Voraussetzungen (Erfüllung der Anforderungen an den Träger, Vorliegen eines schlüssigen inhaltlichen Konzepts und eines plausiblen Finanzierungsplans)
  • Erfassung des Anliegens der Jugendhilfe (Berücksichtigung der Zielstellungen)
  • Erfassung der Zielgruppe
  • Berücksichtigung aller in der Ausschreibung benannten Aufgaben im Konzept
  • Beschreibung von Methoden zur Umsetzung der Zielsetzungen
  • Benennung zusätzlicher, innovativer Ansätze
  • Berücksichtigung von Aspekten der Qualitätssicherung und Wirkungskontrolle.


Die Entscheidung über den Zuschlag soll in der 7. Kalenderwoche 2020 getroffen werden.

Aufruf zur Interessenbekundung: Berliner jugendFORUM

 


 
 
 

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